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Orientalischer Tanz
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[ UPDATE: 08.10.2010 ]
Bauchtanz



Unter Bauchtanz wird im Allgemeinen ein von Frauen zu orientalischer Musik ausgeführter Tanz in einem speziellen Kostüm verstanden. In der arabischen Welt wird der Tanz „Raqs Sharqi“ genannt (auch andere Schreibweisen sind gebräuchlich). Das bedeutet „Tanz des Ostens“, so dass die deutsche Bezeichnung „Orientalischer Tanz“ die genauere ist. Trotzdem hat sich umgangssprachlich die Bezeichnung Bauchtanz durchgesetzt.

Wesentliche Bestandteile
Das typische Kostüm besteht aus einem paillettenbesetzten, BH-artigen Oberteil, einem ebenfalls pailettenbesetzten Gürtel und einem langen weiten Rock. Diese Kostüme haben sich mit der Zeit modisch bedingt stark verändert. Heute gibt es neben dem oben beschriebenem Kostüm auch Kleider und Kostüme mit engen Röcken oder sogar mit Hosen.

Der Bauch spielt beim Bauchtanz eher eine untergeordnete Rolle. Die Bewegungen kommen hauptsächlich aus den Knien, der Hüfte und den Schultern. Auch die Arme sind sehr wichtig. Dazu kommen typische Hand- und Kopfbewegungen. Neben dem typischen Bauchtanzkostüm werden feine Tücher, Schwerter, Kerzen und ähnliches nicht selten als weitere Elemente eingesetzt. Bauchtanz wird meist als typisch weiblicher Tanz wahrgenommen, der die Gefühlswelt und Kraft von Frauen zum Ausdruck bringt. Vor allem in Ägypten gibt es sehr populäre Bauchtänzerinnen, etwa Zuhair Zaki, Fifi Abdou, Lucy und Dina.

Unzählige Einzelelemente, Schrittfolgen und Accessoires, wie zum Beispiel Schleier, Zimbeln, Stock, Säbel und Kerzenleuchter, erfordern langjährige Übung und Erfahrung. Ein ansprechender Auftritt besteht nicht nur aus wenigen Minuten "Bauch- und Hintern wackeln", sondern verlangt eine gute Vorbereitung durch zahllose Übungsstunden, ausgewählte Kostüme und technische Ausrüstung. Mit eigenen Choreographien verleiht die professionelle Künstlerin ihren Tänzen eine persönliche Note und bringt ihren individuellen Stil zum Ausdruck.

Geschichte
Die Wurzeln des Bauchtanzes liegen vermutlich in den traditionellen Tänzen des Orients. Das typische Bauchtanzkostüm entstand in den 1920er Jahren in den Kabaretts in Algier, Beirut und Kairo. Hauptsächlich in den Kabaretts von Kairo wurde der arabische Bauchtanz in seiner heutigen Form entwickelt und als Unterhaltungstanz aufgeführt. Heute hat er in Ägypten und generell in der arabischen Welt den Status einer Kunstform.

Vor allem in der Türkei erhalten Bauchtänzerinnen keine hohe Wertschätzung und werden oft für Prostituierte gehalten. Die typischen Bewegungen, das Kostüm und die Tatsache, dass manche Tänzerinnen den Bauchtanz auf anzügliche Weise vorführen, tragen dazu bei, dass Bauchtanz häufig nicht als eigene Tanzform sondern als reiner Erotiktanz wahrgenommen wird.
Wer diesen Tanz jedoch in die "erotische Ecke" schiebt, liegt völlig falsch. Vielmehr handelt es sich um Folklore- und Volkstänze des Orients - oft nur unter Frauen.

Darstellungen und Beschreibungen bauchtanzender Frauen aus der ganzen Welt sind seit vielen Jahrhunderten bekannt. Es ist anzunehmen, dass der Bauchtanz auf alte Fruchtbarkeits- und Gebärtänze von z.B. Initiationsriten zurückgeht. Möglicherweise diente er auch der Geburtsvorbereitung, da er u.a. die Bauch-, Hüft- und Beinmuskulatur trainiert.

Geographie
Bauchtanz gibt es nicht nur in der arabischen Welt. Dieser Tanz ist auch in der Türkei, in Griechenland und generell im Balkanraum verbreitet. In der Türkei wird er sowohl aufgeführt, wie auch als Gesellschaftstanz getanzt. In Griechenland und auf dem Balkan wird er in erster Linie als Gesellschaftstanz getanzt und eher selten vorgeführt. In der westlichen Welt wird er meist als Show- oder Bühnentanz gezeigt. Der türkische Bauchtanz heißt Göbek Dans oder Chifteteli und der griechische Bauchtanz heißt Tsifteteli. Der türkische und griechische Bauchtanz beinhalten weniger Bewegungen als der arabische Bauchtanz und auch die Musik dazu ist einfacher, meistens nur von einem Rythmus durchzogen, im Gegensatz zu der arabischen Bauchtanzmusik, die eine große Vielfalt von Rythmen in einem einzigen Stück aufweist. Auch in den Folkloretänzen einiger anderer Länder finden sich Elemente des klassischen orientalischen Tanzes.

[frei nach Wikipedia]


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